Nutzer, Parasiten und Räuber an Deiner Nisthilfe!


Welche Wildbienen und Wespenarten nisten an Deinem Insektenhotel?

Welche Arten an deiner Nisthilfe vorkommen, hängt zum einen vom Blühangebot in Deiner Umgebung ab und zum anderen von der Region, in der Du lebst. Je natürlicher die Umgebung und je zahlreicher die verschiedenen Blühpflanzen, desto umfangreicher auch das Artenvorkommen.


Wildbienen an Deiner Nisthilfe

Ganz früh im Gartenjahr, in manchen Regionen bereits ab Ende Februar, lässt sich an so gut wie jeder Nisthilfe die Mauerbiene beobachten. Sowohl die rostrote, als auch die gehörnte Mauerbiene zählt zu den am häufigsten vorkommenden Wildbienenarten und ist dabei auch eine der größten Vertreterinnen.

Den im Zusammenhang mit der Mauerbiene häufig gehörte Vorwurf, künstliche Nisthilfen wären nicht sinnvoll, weil damit ja nur nicht gefährdete Arten unterstützt werden würden, möchte ich nicht teilen. Wer eine satte Apfel- und Birnenernte im Herbst erwartet, bekommt diese nur, wenn die Mauerbiene etliche Male eine Blüte angeflogen hat. Und wir wollen ja nicht warten, bis auch diese Art zu den Gefährdeten gehört, bevor wir Sie unterstützen.

Außerdem sollte jede Nisthilfe verschiedene Durchmesser anbieten, um auch kleineren Artgenossen eine Nistmöglichkeit anzubieten. Diese sind nämlich neben der häufig vorkommenden Mauerbiene, eher seltene Gäste an der Nisthilfe. 

 

Rostrote Mauerbienen besiedeln gerne 7-9 mm große Löcher.

 

Gehörnte Mauerbienen besiedeln gerne 5-8 mm große Löcher.

 

Ebenfalls eher groß, leider aber deutlich seltener sind die Blattschneiderbiene und die Pelzbiene (Flugzeit April – Juni).

 

 

Kleinere Vertreter, die gerne Lochdurchmesser zwischen 3 und 6 mm besiedeln, sind Maskenbienen, Scherenbienen und Löcherbienen. Diese Arten sind von April bis in den September hinein unterwegs.

 


Wespen und Parasiten an Deiner Nisthilfe

Neben den Wildbienen gibt es auch viele verschiedene Wespenarten, die entweder selbst Hohlräume (Bohrungen, Röhrchen) besiedeln oder als Parasiten dort nach geeigneten Wirten suchen.

Diese Wespenarten sind allesamt für den Menschen ungefährlich.

Parasiten gehören zur Natur dazu und sollten nicht als ungewünscht abgestempelt werden. Der Begriff impliziert zwar das Unangenehme, jedoch sind auch die Parasiten ein Baustein im ökologischen System und haben dadurch ihre Daseinsberechtigung. Wird die Nisthilfe oder das Insektenhotel jedoch zu groß gewählt, nimmt auch die Anzahl der Parasiten ein nicht normales Verhältnis an.

 

Wespenarten an Deiner Nisthilfe sind zum Beispiel Falten-, Grab- und Lehmwespen.

 

Als parasitäre Wespen werden Schlupfwespen (mit langem Legebohrer), Erzwespen, Goldwespen und Keulenwespen gezählt. Weitere Parasiten sind Düsterbienen, Milben, Trauerschweber, Wollschweber, Taufliegen (kleine Öffnungen im Verschlussdeckel) und Buntkäfer.

 

Räuber an Deiner Nisthilfe

Als Räuber lassen sich beispielsweise Spinnen bezeichnen, die vor einer Nisthilfe Ihre Fäden spinnen, um nichts ahnende Bewohner abzufangen. Der Naturliebhaber möchte jedes Lebewesen im Garten unterstützen, aber vielleicht nicht gerade an dieser Stelle. Spinnfäden sollten vorsichtig entfernt werden.

 

An manchen Nisthilfen lassen sich später im Jahr geöffnete Brutröhren beobachten. Die Vermutung, dass Wildbienen bereits geschlüpft sein könnten, trifft nicht zu. Hier könnte eine Meise versucht haben, an die leckeren Larven oder die bereits fertige Wildbiene im Kokon heranzukommen. Meistens bleibt es aber bei den Versuchen, denn der Meisenschnabel ist für Bohrungen in Hartholz zu kurz, um tatsächlich an die Brutkammern heran zu kommen.

 

Wenn Ihr allerdings eine Nisthilfe mit ungeschützten Röhrchen habt, können die Vögel diese natürlich herausziehen, weshalb dann ein Vogelschutzgitter installiert werden sollte.

 

Anders sieht es beim Besuch eines Spechtes aus, der mit seiner langen Zunge auch bis in die hinteren Brutkammern gelangen kann. Habt Ihr bereits beobachtet, dass ein Specht sein Unwesen treibt? Dann auf jeden Fall ein Schutzgitter anbringen.