Das Insektenhotel für Wildbienen


Wo leben die Wildbienen in der Natur?

Unscheinbare Löcher im Boden, aber doch akkurat angelegt. Die meisten der über 550 Wildbienenarten in Deutschland nisten im Boden und benötigen hierfür wenig bewachsene Flächen oder Abbruchkanten und Böschungen. Durch die zunehmenden Eingriffe des Menschen in die Natur gehen solche Lebensräume immer weiter verloren.

 Ein weiterer Lebensraum der Wildbienen und solitären Wespen sind selbst errichtete Gehäuse an Mauern oder Steinen, verlassene Schneckenhäuser oder hohle Stängel von abgestorbenen Pflanzen.

Ein kleiner Teil der Wildbienen und auch einige Arten der solitär lebenden Wespen nutzen verlassene Fraßgänge in Totholz. Diese Nistmöglichkeit kann durch uns hervorragend imitiert werden.

Die erste Frage, die wir uns dabei stellen müssen, ist die Frage nach der natürlichen Umgebung der in Holz nistenden Wildbiene. Hierzu reicht ein Blick in einen naturbelassenen Wald, der unaufgeräumt weitestgehend sich selbst überlassen wird. Hier werden wir sicherlich auch umgestürtze Bäume finden in denen schon bald die ersten Insekten Fraßgänge anlegen. In diesen verlassenen Fraßgängen nisten Wildbienen.

 

Der Werkstoff Holz bietet dabei viele Vorteile, die den Bewohnern zu Gute kommen. Er ist atmungsaktiv, feuchte- und temperaturregulierend und ein toller Wärmedämmstoff für die eisigen Winter.


Der Handel bietet eine große Menge Insektenhotels zum Kauf an

Es ist erschreckend, welche Qualität der Handel einem unwissenden aber engagierten Kunden bietet. Die Auswahl an Insektenhotels ist umfangreich, doch die Umsetzung der grundlegenden Anforderungen mangelhaft.

Fragt Euch doch mal, welche Insekten in einem Insektenhotel nisten!

Ihr werdet dann schnell herausfinden, dass viele Insekten gar keine Hotels brauchen. Hier ist es wichtiger, die Umgebung so natürlich wie möglich zu gestalten.

 

Insekten, die die Insektenhotels eingentlich gerne besiedeln würden, sind die Wildbienen. Doch leider finden die fliegenden Bestäuber viel zu häufig unbrauchbare Exemplare vor:

Fehlende Niströhren hinter Bohrungen, ausgefranste Eingänge, falsches Holz oder falsche Aufhängung.

Wir sehen unsere Aufgabe nicht darin, Produkte ins schlechte Licht zu rücken. Es liegt im Auge des Betrachters, ob er diese Holzkonstruktionen für teilweise viel Geld kaufen und aufhängen möchte. Der Wildbiene oder den krabbelnden Verwandeten ist damit jedoch nicht geholfen!

 

Wir möchten Euch auf dieser Seite zeigen, was bei einer Nisthilfe aus Holz zu beachten ist.


Die Wildbienen Nisthilfe aus Holz

Was muss bei einer Nisthilfe aus Holz beachtet werden?

1. Die Holzart

Verwendet nur heimische Harthölzer wie Buche, Eiche oder Robinie. Dabei sollte das Holz ausreichend getrocknet sein, damit es zu keinen oder wenigen Schwundrissen kommt. Wie in der Natur auch, muss das Holz unbehandelt sein. Also kein Lack und kein Öl. Ein Regenschutz als Dach verlängert die Dauerhaftigkeit.

 

Wir verwenden bei unseren Nisthilfen überwiegend die Holzart Robinie. Die Robinie ist in Europa ein weit verbreiteter Laubbaum. Er gehört zur Unterfamilie der Schmetterlingsblütler und bietet zur Blütezeit in den Monaten Mai und Juni reichlich Nektar für viele verschiedene Insekten. Darum wird dieser Baum auch zu den Bienenweidepflanzen gezählt.

 

Das Holz der Robinie ist sehr hart, dauerhaft und wenig rissfreudig. Das bietet im Vergleich zum Beispiel zur heimischen Eiche hervorragende Eigenschaften für Wildbienen Nisthilfen. Über einen sehr langen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten können somit die gebohrten Niströhren Jahr für Jahr als Brutstätte genutzt werden.

 

2. Die Bohrungen

Ihr könnt Stammholz oder aufgesägte Blöcke verwenden. Wichtig ist, dass ihr die Bohrungen nur ins Längsholz setzt, nicht ins Stirnholz, da das Holz auf natürliche Weise weiter trocknet und Risse von innen nach außen entstehen werden. Wollt ihr eine große Zahl an verschiedenen Wildbienen ansprechen, nehmt verschieden große Bohrer. Alles von 2 mm bis 10 mm ist möglich. Die Bohrtiefe sollte mindestens der Bohrerlänge entsprechen. Lasst ausreichend Abstand zwischen den Bohrungen. Auch hier ist wieder die Natur das Vorbild. Fraßgänge dicht an dicht sind dort nicht zu finden und führen zu unnötigem Streß bei den Bienen.

 

3. Die Anbringung

Die Wildbiene im Wald darf nicht wählerisch sein, aber wenn sie es sich aussuchen könnte, hätte sie am liebsten Morgensonne. Optimal ist eine Süd-Ost Ausrichtung. Wählt eine solide Befestigung und achtet darauf, dass die Nisthilfe nicht schon bei kleinen Winden hin und her wackelt. 

Eine "ausgebuchte" Nisthilfe wird dort vorhanden sein, wo ganzjährig Pollen- und Nektarangebote zu finden sind. Blühende Bäume, Sträucher und Blumen sprechen viele Wildbienen an. Zwar ist die Hauptflugzeit in den Frühlingsmonaten, jedoch wird man das ganze Jahr über Wildbienen bei der Arbeit zu schauen können. Es ist nicht wichtig, ob wir die Nisthilfen im Garten, auf dem Balkon oder im Park anbringen. Die Hauptsache ist, dass Nistmöglichkeiten vorhanden sind.

Eine detaillierte Anleitung zur Herstellung findet Ihr in unserem Online Shop.

Dort erwartet Euch auch ein kostenloser pdf-Download - die Bauanleitung für Deine eigene Nisthilfe



Unsere Stamm - Nisthilfe

Wie in vielen Bereichen haben wir auch beim Thema Nisthilfen auf die Natur gehört. Ein abgestorbener Baumstamm, durchzogen mit vielen Fraßgängen an einem sonnigen Plätzchen am Waldrand ist auch in einem gut funktionierendem Ökosystem Wald zu finden.

Mit Bedacht ausgewähltes Holz und die Bohrungen an richtiger Stelle gesetzt, erfüllt unser Stamm somit für Jahrzehnte alle Ansprüche vieler verschiedener Wildbienen.

In einem kurzen Clip zeigen wir Euch, wie eine Stammnisthilfe aufgestellt wurde

Bereits nach einigen Tagen konnten die ersten Besucher entdeckt werden. Nach einigen Wochen waren dann viele Niströhren angenommen und verschlossen.